| Interpretation der Ergebnisse |
Vancomycin ist ein Glykopeptid-Antibiotikum, das gegen viele grampositive und einige gramnegative Kokken bakterizid wirkt. Es wird zur Behandlung schwerer Staphylokokken-Infektionen (einschließlich methicillinresistenter Staphylokokken) bei Patienten eingesetzt, die Penicillin oder Cephalosporin nicht vertragen oder darauf nicht ansprechen. Wegen seiner Oto- und Nephrotoxizität soll Vancomycin, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, nur unter sorgfältiger labordiagnostischer Kontrolle angewandt werden.
Aktuelle Leitlinien empfehlen bei MRSA-Bakteriämie ohne Komplikationen höhere Talspiegel von 10-15 mg/l und bei anhaltender MRSA-Bakteriämie oder -Endokarditis sowie schweren invasiven MRSA-Infektionen Talspiegel von 15-20 mg/l. Allerdings stehen höhere Vancomycin-Talspiegel mit einem signifikant höheren Risiko für schwere Nebenwirkungen in Verbindung. Die Entscheidung, höhere Vancomycin-Talspiegel zu erreichen, sollte auf einer Beurteilung des Schweregrades der Infektion beruhen, wobei das mit erhöhten Vancomycin-Spiegeln verbundene Risiko zu berücksichtigen ist. |