| Interpretation der Ergebnisse |
Indikation: Therapiekontrolle des M. Crohn, Tumorrezidive (Plattenepithelkarzinome der Lunge, Hypernephrom, Adenokarzinome der Mamma und des Colons), V.a. Hämolyse bei normalen Haptoglobinwerten (zusammen mit Haptoglobin). Orosomucoid (saures α1-Glykoprotein) ist ein frühes Akute-Phase-Protein mit einem Molekulargewicht von etwa 21 kDa und gehört strukturell zur Lipocalin-Superfamilie. Seine physiologische Funktion ist nicht vollständig geklärt. Orosomucoid vermag in vitro die Plättchenadhäsion zu modifizieren und die Immunreaktion zu supprimieren. Weiterhin ist eine wachstumsfördernde Wirkung auf Fibroblasten beschrieben worden. Zusammen mit Haptoglobin ist Orosomucoid ein guter Marker für eine Hämolyse in vivo. Da die Werte dieser beiden Proteine bei Akute-Phase-Reaktionen normalerweise gleichsinnig ansteigen bzw. fallen, legt ein erhöhtes Orosomucoid mit einer normalen Haptoglobinkonzentration eine Akute-Phase-Reaktion mit milder Hämolyse nahe. Erhöhte Werte finden sich bei Akute-Phase-Reaktion, M. Crohn (oft hoher und singulärer Anstieg), chronische Polyarthritis, SLE, Streß, Malignomen. Erniedrigte Werte finden sich bei Nephrotischem Syndrom, Malnutrition, gastrointestinalem Proteinverlust, schwerer Leberparenchymschaden, Gravidität. |