GnRh-Stimulationstest

Synonyme Gonadotropin-stimulierendes Hormon-Stimulationstest
Material ohne Material
Probengefäß ohne Material
Präanalytik 1. Legen eines venösen Zugangs. 2. Blutentnahme für basale LH - und FSH - Bestimmung (0 min. Wert) . 3. Gabe von 100 µg GnRH (LHRH Ferring Injektionslösung oder Relefact). Besonderheiten im Kindesalter: Dosierung von GnRH: 50 µg/qm KOF (max. 100 µg absolut, mindestens 25 µg) 4. Blutentnahme nach 30 min für LH - und FSH - Bestimmung(30 min. Wert).
Stör- und Einflussgrößen Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Probenabnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen, da hohe Biotin-Gaben die LH- und FSH-Bestimmung stören können. Der optimale Testzeitpunkt bei Frauen ist der 3. - 5. Zyklustag. Absetzen von Sexualhormonen mindestens 4 Wochen vor dem Test.Kontraindikation für die Testdurchführung ist der Hypophisenadenom, weil ein Risiko auf Hypophysenapoplex bestehet.
Interpretation der Ergebnisse GnRH (Gonadotropin Reealisinghormon) wird im Hypothalamus synthetisiert und bewirkt die Freisetzung der Gonadotropine LH und FSH aus der Hypophyse. Bleibt ein Anstieg der Gonadotropine nach GnRH aus, ist zumindest eine partielle Hypophyseninsuffizienz in Bezug auf die Hypophyen-Ovar-Achse oder fehlende Speicherung der gonadotropen Hormone LH und FSH im Hypophysenvorderlappen wegen fehlender hypothalamischer Stimulation anzunehmen. Der Anstieg der Gonadotropine LH und FSH spiegelt darüber hinaus den pubertären Reifungsgrad der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse wider. Der Test dient als Ersatz für die mühevollere Messung der episodischen LH-Pulsalität durch serielle Blutentnamen alle 10 Minuten über mindestens 6 - 24 Stunden. Er ist ein indirekter Nachweis der endogenen pulsatilen GnRH-Sekretion und somit der Funktionsprüfung des hypothalamischen GnRH-Pulsgenerators.
Indikation: 1.Diefferenzierung zwischen hypothalamischem und hypophysärem Hypogonadismus. 2.Bei Kindern bei einem Verdacht auf verzögerte oder ausbleibende Pubertät.
Interpretation bei Kindern:
1. Die folgende Konstellation spricht gegen den Eintritt der zentralen Pubertät: LH/FSH Quotient <1 LH <5 U/l.
2. Ein LH/FSH Quotient > 1 spricht für den Beginn einer zentralen Pubertät. Ein LH-Wert über 5 IU/l nach GnRH-Stimulation kann ebenfalls als Zeichen des Pubertätsbeginns gewertet werden.
3. Differenzierung zwischen prämaturer Thelarche und zentraler Pubertas praecox-LH/FSH-Quotienten (30 Minuten nach GnRH-Gabe liegt < 1.0 bei prämaturer Thelarche und > 1.0 bei zentraler Pubertas praecox vera.
4. Die periphere Pubertas praecox (Pseudopubertas praecox) zeichnet sich durch einen völlig ausbleibenden oder nur sehr geringen LH-Anstieg im GnRH-Test aus, während sich bei der Pubertas praecox vera ein pubertärer und häufig sogar ein patologisch erhöhter LH - Anstieg findet.
Quellen/Referenzen DGE, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel, Thieme Verlag, 3. Auflage 2010; Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie, herausgegeben von Olaf Hiort, Thomas Danne, Martin Wabitsch; L. Thomas; Labor und Diagnose; 8 Auflage 2012; TH Books;C.-J.Partsch, P.-M. Holterhus, H. Mönig, W.G. SippellEndokrinologische Funktionsdiagnostik;
Interne Laborbezeichnung gnrhstifkt
Qualitätsmanagement-Status nicht akkreditiert
Patientenvorbereitung Der Test kann ambulant durchgeführt werden.
letzte Änderung 20.09.2025 05:06