| Interpretation der Ergebnisse |
Das Gen NLRP3 (früher CIAS1) kodiert für das Protein Cryopyrin, das insbesondere in den Zellen des Immunsystems exprimiert wird. Als Teil des sogenannten Inflammasoms ist Cryopyrin an der Regulation der Entzündung und Apoptose beteiligt. Pathophysiologisch liegen den Cryoporin-assoziiertes periodisches Syndromen Gain-of-Function Varianten von Cryopyrin zu Grunde, die zu einer exzessiven Ausschüttung von an IL-1ß führen, das für die inflammatorischen Manifestationen verantwortlich ist. Bei den Cryoporin-assoziiertes periodisches Syndromen (CAPS) handelt es sich um seltene, autosomal dominant vererbte, chronisch-entzündliche autoinflammatorische Syndrome, die durch unklare Entzündungsperioden mit Fieberschüben, Hautläsionen, häufige Muskel- und Gelenkbeteiligung sowie Fehlen von klassischen Autoantikörpern charakterisiert sind. CAPS umfasst die Entitäten FCAS (\X84\familial cold autoinflammatory syndrome\X93\), das Muckle-Wells-Syndrom (MWS) und NOMID (\X84\neonatal-onset multisystem inflammatory disease\X93\)/CINCA (\X84\chronic infantile neurologic, cutaneous and articular\X93\)-Syndrom. Es existieren zahlreiche Mischformen in der Literatur, die die eindeutige Unterscheidung der verschiedenen Formen erschweren. Wahrscheinlich handelt es sich hier eher um ein Spektrum von Symptomen, welches mit unterschiedlicher Penetranz auftreten kann. Alle kausativen Varianten im NLRP3-Gen wurden bisher in Exon 3 und 4, welche für die zentrale Nukleotid-bindende NACHT-Domäne des Proteins kodieren, beschrieben. |