PSA, ges. im Serum (µg/l)

Synonyme TPSA
Verfahren ECLIA
Einheit µg/l
Referenz-/Therapeutischer Bereich < 4.1
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 4 ml
LOINC 83112-3
Präanalytik Blutentnahme ca. 1 - 2 Tage nach rektalem Ultraschall, rektaler digitaler Untersuchung, Radfahren, Ejakulation; ca. 3 - 4 Tage nach Prostatamassage; ca. 2 Wochen nach Prostata-Nadelbiopsie.
Probenstabilität ab Blutentnahme 24h. Serum gekühlt oder tiefgefroren lagern.
Stör- und Einflussgrößen Es ist bekannt, dass PSA-Isoformen auftreten, die von den einzelnen PSA Tests unterschiedlich gemessen werden.
Interpretation der Ergebnisse Zusammen mit einer digitalen rektalen Untersuchung wird der PSA-Test als Hilfsmittel zur Erkennung von Prostatakarzinomen bei Männern > 50 Jahre eingesetzt. Für die Diagnose eines Prostatakarzinoms ist eine Prostatabiopsie erforderlich. Der Hauptanwendungsbereich der PSA-Bestimmung liegt in der Verlaufsbeobachtung und Therapieeffizienzkontrolle von Patienten mit Prostatakarzinom.
PSA-Werte > 4 ng/ml finden sich neben dem Prostatakarzinom auch bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH), Prostatitis oder mechanischer Manipulation (z. B. digital-rektale Untersuchung, Biopsie, Ultraschall, Ejakulation). PSA-Werte von > 4 - 10 ng/ml treten häufig bei Karzinomen auf, die nicht operativ behandelt werden müssen (Aktive Überwachung). Die zusätzliche Bestimmung des freien PSA (FPSA), einem nicht funktionalen PSA, dass bei benigner Hyperplasie auftritt, kann als Quotient mit dem PSA, ges. (TPSA) als zusätzlicher Risikomarker für ein klinisch relevantes Karzinom herangezogen werden. Männer mit einem Quotienten > 25% aus freiem und TPSA haben ein geringes Risiko für ein klinisch relevantes Prostatakarzinom. Der Karzinomnachweis und sein definitiver Malignitätsgrad kann nur über eine Prostatabiopsie mit Histologie erbracht werden.
Nach der Radikalen Prostatektomie, sollte der PSA-Wert innerhalb von 3 Monaten unter die Nachweisgrenze sinken. Ein PSA-Wert über 0,2 ng/ml bei mindestens zwei aufeinander folgenden Messungen weißt auf eine wieder auftretende Tumoraktivität (biochemisches rezidiv) hin.
Der größte Anteil des PSA wird im Blutplasma an Proteine (Proteaseinhibitoren) gebunden. Es kann deshalb zu Messwertdifferenzen zwischen den Tests unterschiedlicher Hersteller kommen. Es wird empfohlen in der Verlaufsbeobachtung das Labor nicht zu wechseln.



Hinweis: Durch Vorkommen von PSA in Paraurethral- und Analdrüsen, sowie in Brustgewebe und bei Mammakarzinomen kann eine geringe PSA-Konzentration auch bei weiblichen Patienten gemessen werden. Selbst nach radikaler Prostatektomie kann PSA nachweisbar sein. Eine Entzündung oder ein Trauma der Prostata können zu mehr oder weniger deutlichen und länger andauernden PSA- Erhöhungen führen.
Quellen/Referenzen Leitlinienprogramm Onkologie, Früherkennung von Prostatakrebs, Deutsche Krebsgesellschaft/ Deutsche Krebshilfe/AWMF, 2. Auflage 2015
Interne Laborbezeichnung psas
Qualitätsmanagement-Status akkreditiert
letzte Änderung 26.10.2025 04:17