Ferritin im Serum (ng/ml)

Verfahren Immunturbidimetrie
Einheit ng/ml
Alternative Messeinheit µg/l
Referenz-/Therapeutischer Bereich
GeschlechtAlterReferenzbereichKommentar
≤ 2W1T90 - 628
2W1T - 1M144 - 399
1M - 2M87 - 430
2M - 4M37 - 223
4M - 6M19 - 142
6M - 9M14 - 103
9M - 1J1 - 99
1J - 16J9 - 59
männlich≤ 19J12 - 78
weiblich≤ 19J10 - 63
männlich≤ nach oben offen18 - 360
weiblich≤ nach oben offen9 - 140
Keine Angabe eines Referenzbereichs möglich, da für die angegebenen Bedingungen kein Bereich bekannt ist. Spezifische Referenzbereiche können dem Leistungsverzeichnis auf der Homepage unseres Instituts (https://www.uksh.de/klinische-chemie/) entnommen werden.
Material Serum
Probengefäß Serum-Monovette
Probenvolumen 4 ml
LOINC 2276-4
Präanalytik Hämolyse bei Abnahme, Lagerung und Transport vermeiden!
Stör- und Einflussgrößen Störfaktoren: Hämolyse führt zu falsch-hohen Werten.
Einflußgrößen: 1) Thalassamie: Bei Patienten aus dem Mittelmeerraum Ferritin häufig aufgrund einer Thalassämie (insb. β-Th major) erhöht. 2) Hämochromatose: Eine Transferrin-Sättigung bei weibl. Pat. > 50% und männl. Pat. > 55% bei Ferritinerhöhung kann auf eine erbliche Hämochromatose Typ 1 hinweisen. Sequenzierung des HFE Gens wird empfohlen.
Interpretation der Ergebnisse Ferritin ist das Eisenspeicherprotein. Das an Transferrin gebundene Eisen wird als Transporteisen zu den Körperzellen transportiert und dort an Ferritin gebunden. Da der Serumspiegel des Ferritins im Gleichgewicht mit dem Gewebsferritin der Zellen steht, lassen sich aus der Serumkonzentration des Ferritins die Eisenvorräte des Körpers abschätzen. Erniedrigte Ferritinspiegel finden sich im Serum bei Eisenmangel. Dieser Befund tritt vor Abfall des Eisenspiegels im Serum und vor der Manifestation einer Anämie auf. Erhöhte Ferritinspiegel finden sich bei Eisenüberladung des Organismus (primäre und sekundäre Hämochromatose, Hämosiderose), bei Leberparenchymschädigung, chronischen Infekten und Entzündungen, bei Tumoren und bei Malignomen, deren Zellen vermehrt Ferritin bilden, sowie bei Leukämien und einigen Lymphomen.
Zur Eisenstoffwechseldiagnostik gehören neben Ferritin, der lösliche Transferrinrezeptor und die Transferrinsättigung (Transferrin/Serumeisen). Das Serumeisen hat für die Diagnose des Eisenmangels keine Bedeutung mehr. Bei erniedrigtem Ferritin liegt immer ein Eisenmangel vor. In Verbindung mit Hb-Erniedrigung besteht manifester Eisenmangel. Bei Hyperferritinämie trotz Eisenmangelsymptomen bei Entzündung, Infektion und Tumorerkrankung (s. CRP, PCT, Tumormarker) ist der lösliche Transferrinrezeptor erhöht. Auf einen Eisenmangel bei normalem oder erhöhtem Ferritin zB bei Autoimmunerkrankungen, Alkoholismus, Hepatopathien, Hypothyreose weißt ebenfalls ein erhöhter lösl. Transferrinrezeptor hin.
Quellen/Referenzen Thomas, Lothar; Thomas, Christian; Heimpel, Hermann; Neue Parameter zur Diagnostik von Eisenmangelzuständen: Retikulozytenhämoglobin und löslicher Transferrinrezeptor; Dtsch Arztebl 2005; 102: A 580-586 [Heft 9]
Interne Laborbezeichnung fers
Qualitätsmanagement-Status akkreditiert
letzte Änderung 26.10.2025 04:05