Für die Diagnostik ist die gleichzeitige Abnahme von Serum und Liquor Proben erforderlich, da der Liquor/Serum Antikörper-Index anhand der Antikörperkonzentration im Serum und Liquor berechnet wird und von der Hirn-Blut-Schranken Funktion abgängig ist.
Die erregerspezifischen Antikörper diffundieren im gleichen Verhältnis wie die Gesamtimmunglobuline aus dem Blutkompartiment in den Liquor. Durch den Quotientenvergleich (QErreger-Ak/QIgG) lässt sich eine intrathekale Antikörpersynthese (Antikörper-Index) berechnen. Das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus wird in den meisten Fällen durch Zecken übertragen. Bei 50 % der Fälle kann sich die Infektion mit einer Meningitis, Meningoenzephalitis und seltener mit einer Myelitis manifestieren, die Infektion kann aber auch asymptomatisch verlaufen.
Indikation: Verdacht auf FSME-Virus Manifestation im ZNS. Der Antikörper-Index steigt in der zweiten Krankheitswoche an und ist ein wichtiger Parameter im Krankheitsverlauf.
Befundinterpretation: Ein erhöhter Antikörper-Index zeigt eine intrathekale Antikörpersynthese gegen das FSME-Virus an. Der Befund muss zusammen mit weiteren Liquorparametern und klinischen Symptomen interpretiert werden, da die Antikörpersynthese nach der Infektion Monate bis Jahre persistieren kann. Der direkte Erregernachweis des FSME-Virus gelingt nur selten, daher ist der Antikörper-Index Bestimmung diagnostisch überlegen.